Kirchenjahr 2020/2021

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1. Sonntag im Advent

Böllern am 1. Advent?

Wäre nur logisch. Am 1. Advent beginnt das neue Jahr. Das neue Kirchenjahr. Und ein neues Jahr heißen wir traditionell mit einem Feuerwerk willkommen. Wieso also nicht auch am 1. Advent?

Vielleicht, weil wir zu Beginn des Kirchenjahrs nicht ein neues Jahr willkommen heißen, sondern einen neuen Menschen. Einen ganz besonderen Menschen. Einen, der schon vor 2500 Jahren angekündigt wurde. Z. B. vom Prophet Sacharja: „Siehe, dein König kommt zu dir!“

Ein neuer König bedeutete zu Sacharjas Zeiten, dass eine neue Zeitrechnung begann. Wenn ein neuer König den Thron bestieg, zählte man die Jahre neu von diesem Zeitpunkt an. Ncht nur ein neues Jahr, sondern ein neues Zeitalter war angebrochen und das wurde mit großem Pomp und vielleicht sogar Böllern eingeläutet.

Das Zeitalter, das Sacharja einläutet, unterscheidet sich jedoch radikal von den Zeiten, die mit den üblichen neuen Königen anbrachen. Sein König reitet nicht auf einem Kriegspferd, sondern auf einem Esel. Er zieht nicht aus, um noch mehr Länder und Völker mit Gewalt zu erobern, sondern er zieht los, um jeden Krieg zu beenden, alle Gefangenen zu befreien und ein weltweites Reich ewigen Friedens aufzurichten. Nicht, indem er sein Recht und seine Gerechtigkeit mit Gewalt durchsetzt, sondern indem er demütig dient, soweit, dass er sein Leben für die Welt hingibt, in die er kommt – als der ganz andere König.

Deshalb böllern wir zu Beginn des Kirchenjahrs nicht, sondern zünden Kerzen an. Deshalb stoßen wir nicht mit Sekt an, sondern singen erwartungsvolle Loblieder auf den König, der bereits einmal kam, um die Todesmächte zu besiegen, und der wiederkommen wird, um sein Friedensreich endgültig aufzurichten.

Machen wir ihm die Tore weit und die Türen in der Welt hoch. Öffnen wir ihm die Herzen, lassen wir uns von ihm befreien vom gewaltsamen Mehrhaben- und Besserseinmüssen zum heilsamen Dienen. Verkünden wir den König auf dem Esel, der echten, ewigen Frieden bringt. Hosianna statt Böller. Denn sein Reich kommt.

2. Sonntag im Advent

Ehrlich gesagt – mir ist gerade nicht nach Adventstimmung. Nicht nur deshalb, weil ich nach einem halben Jahr faktischer sozialer Isolation einem einsamen Weihnachtsfest entgegensehe. Auch weil mir der Gedanke an all die Existenzen, die gerade auf den verschiedensten Ebenen zugrunde gehen, täglich das Herz zerreißt. Und es ist kein Weg, kein echter Wille und kein Mittel in Sicht, diese Vernichtung von Leben, ökonomisch, sozial, psychisch und in vielen Ländern der Welt ganz physisch aufzuhalten. Dazu müssten die Machtstrukturen und die ökonomischen Verhältnisse radikal geändert werden. Diejenigen jedoch, die dazu die Ressourcen und die Macht hätten, werden die letzten sein, die das tun, denn sie müssten ihre Privilegien teilen und viel von ihrem überbordenden Reichtum abgeben. Und das wieder auf vielen Ebenen: Unrechtsherrscher gegenüber ihrer Bevölkerung, die „Erste Welt“ gegenüber der „Zweiten“ und „Dritten“, die Superreichen gegenüber allen anderen. Das ganze System ist so komplex und selbsterhaltend, dass man eigentlich nur noch verzweifeln kann.

Ich kann jedenfalls nicht mehr in die vorfreudig-hoffnungsvolle Stimmung einschwingen. Hat uns der Text für den heutigen Sonntag in diese Situation hinein noch irgendetwas zu sagen?

Erstaunlicherweise spricht ausgerechnet heute Jesaja genau in diese Situation, eine verzweifelte Situation, in der deutlich wird, dass die Menschheit sich nicht aus eigener Kraft aus ihren Wegen der Ungerechtigkeit, der Selbstzerstörung und des Todes befreien kann. Ohne Gott in ihrer Mitte ist sie ihren „sündigen“ Dynamiken hilflos ausgeliefert. Deshalb fleht Jesaja: „Kehr zurück um deiner Knechte willen!“ Wir brauchen Gottes gnädiges Eingreifen in diese Zeit, deren Not wir selbst durch die rücksichtslose Ausbeutung von Natur und Menschen verursacht haben.

Wer betet mit mir?

3. Sonntag im Advent

Dieser Satz ist der einzige aus den Texten des heutigen Sonntags, der mir gebliebenen ist. Und ja, er hat eine Fortsetzung und ich reisse ihn hier aus dem Zusammenhang. In gut paulinischer Tradition.

Gerade haben unsere Regierenden beschlossen, dass man Weihnachten nur mit „Angehörigen in gerader Linie“ feiern darf. Damit verdammen sie unzählige Singles zu einem einsamen Weihnachtsfest, wenn sie sich nicht in die Illegalität begeben wollen. Auf welchem Planeten leben diese Menschen bloß? Auf meinem jedenfalls nicht.

Entschuldigt, dass ich am heiligen Adventssonntag politisch und sarkastisch werde. Und allen, die keine Verwandten in gerader Linie in erreichbarer Nähe haben, rufe ich zu: Ihr seid nicht allein! Allein im Sinne von: Die einzige, der es so geht. Der einzige, der sich mit dem eigenen Selbst und vielleicht ein paar Pixels und Bytes als Gesellschaft begnügen muss. Vielleicht schon seit Monaten hat. Man könnte auch sagen, dann kommt es auf die paar Tage mehr auch nicht an. Wenn einem nicht von allen Seiten eingetrichtert würde, wie kuschelig wir es uns trotzdem machen können/sollen/ja nicht klagen!

Jesus kam auch zu Singles ohne Verwandte in gerader Linie und er wäre auch zu dir gekommen. Leibhaftig. Weil ihm Nähe kostbar ist und kein Luxus, den man sich gefälligst auch mal verkneifen kann.

Seid getröstet, alle einsamen Singles, denn euer Leid ist gesehen. Kuschelt euch mit Jesus aufs Sofa, wenn es euch gut tut. Mit oder ohne Baum. Noch hat es keine Dunkelheit geschafft, sein Licht auszulöschen und diese aktuelle Dunkelheit wird es auch nicht schaffen. In diesem Sinne: eine behütete und getröstete Adventswoche.

4. Sonntag im Advent

Psalm 130. Ein Bußpsalm. Im Advent. Hast du denn nicht was Weihnachtlicheres? Aber er steht nun mal in den Perikopen. Und passt erstaunlich gut zu Weihnachten.

Da sitzt also einer in der Tiefe. Und schreit. Um Hilfe. Zu seinem Gott. Ob der ihn wohl hören wird? Es war ja seine eigene Schuld, die ihn dort hinabgestürzt hat.

Er lauscht, doch von oben – nur Schweigen. Wie sehr sehnt er sich nach einem erlösenden Wort. Doch plötzlich ist er sich trotz der Stille von oben ganz sicher: Sein Gott wird ihm vergeben. Er wird das erlösende Wort sprechen. Und noch während er sehnsüchtig darauf wartet, ruft er diese Ermutigung seinen Leuten zu: Ihr Gottesleute, alle, die ihr euch nach Gottes heilender Nähe sehnt: Haltet eure Hoffnung fest. Die Dunkelheit geht vorbei. Die Sonne wird ganz bestimmt aufgehen. Der Tag der Rettung kommt gewiss, wenn er euch endlich von aller Last eigener und fremder Schuld erlösen wird.

Jahrhunderte später schreibt der Jesus-Biograf Johannes: „Am Anfang war das Wort,… und Gott war das Wort … und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“

Das erlösende Wort ist gekommen. Als Mensch. Als ein Kind mit dem Namen „Jesus“ – „Rettung“. Der Tag der Rettung von Schuld und Verderben, die Befreiung von allen Mächten, die unseren Tod wollen, ist geschehen. An Weihnachten brach der Tag an, und nun warten wir zuversichtlich zusammen mit dem Psalmdichter darauf, dass die angefangene Befreiung von Schuld und Tod auf allen Ebenen Wirklichkeit wird.

Den gesamten Text der Predigt gibt es hier . Anhören kann man sie hier.

Weihnachten

Zitat Peter Beier, ehemaliger Präses der Rheinischen Kirche

1. Sonntag nach Weihnachten

„Er hat mich vergessen!“

Ich hasse es, warten zu müssen. Zumindest wenn ich nicht weiß, wie lange es dauert. Bis der verspätete Zug kommt. Bis die gesperrte Straße freigegeben wird. Bis der Arzthelfer mich endlich aufruft. Links und rechts von mir werden die Patienten in die Behandlungszimmer geleitet. Nur ich sitze noch hier. Haben die mich vergessen?

So hat sich auch das Volk Israel gefühlt. Sie saßen im Exil in Babylon oder mitten in den Trümmern ihres Heimatlandes. Sie hatten Gott ihre Schuld bekannt und ihn angefleht, sie zu befreien und wieder stark und gesund zu machen. Aber es tat sich nichts. Jahrzehntelang warteten sie darauf, dass Gott ihnen wenigstens ein Zeichen gab, dass sie bald dran wären, dass er sie endlich aufriefe, ihnen zuriefe, dass das Leben weitergeht. Und Gott gab ihnen Zeichen. Der Prophet Jesaja z. B. erhielt von Gott folgende Zusicherung: „Kann denn eine Frau ihr Kind vergessen? Wird sie sich nicht über das Leben, das sie selbst geboren hat, erbarmen? Und selbst, wenn sie es täte: Ich, Gott, werde dich nie vergessen. Ich bin schon längst unterwegs, dich zu retten.“

So wie Gott es damals Israel zugesprochen hat, so verspricht er auch heute jeder, die sehnsüchtig darauf wartet, dass Gott sie aufruft, dass sie den Warteraum ihrer ganz persönlichen Lebenssituation verlassen darf. Dass es endlich weitergeht. Er ruft jedem zu: „Ich sehe dich und ich bin schon längst unterwegs, um dich herauszuholen aus der Warteschleife deines Lebens. Vertraue mir – ich komme zur rechten Zeit.“

Seit Weihnachten wissen wir ganz sicher: Gott ist bereits gekommen, er hat, wie die Mutter für ihr Kind, bereits alles getan, damit das Leid dieses Lebens nicht das letzte Wort hat. Das letzte Wort ruft uns aus dem Wartezimmer ins Licht, nicht ins harte Licht des Behandlungszimmers, sondern ins warme Licht der ewigen Welt. Dieses Licht scheint schon herüber ins diese Welt und gibt Zuversicht und Kraft, auch andere zu ermutigen: „Gott hat auch dich nicht vergessen.“

Jesaja 49,13-16

Altjahresabend

Da geht es hin, das denkwürdige Jahr #2020. Und alle halten Rückblick. Und versuchen dieses Jahr besonders bewusst, auch und gerade das Gute zu sehen. Und finden es auch. Nein, nicht alles war schlecht.

Aber es war sehr vieles schlecht. Sehr vieles. Für unzählige Menschen nicht nur schlecht, sondern richtig schlimm. Manche werden aus diesem Jahr mit Beschädigungen und Verlusten herausgehen, die nie wieder gut gemacht werden können. Ich denke, auch sie sollten ein Recht darauf haben, das auszusprechen. Dass sie dieses Jahr einfach nur in einen schwarzen Müllsack stopfen und in die Tonne kloppen wollen. Und ich finde, auch das muss sein dürfen. Mir gehen die begeisterte Entdeckungen von dem, was auch gut war, manchmal zu schnell. Ich möchte die Verluste genauso wahrnehmen und würdigen dürfen wie die Glitzerperlen des Guten darin.

Und dann merke ich: Erst, wenn ich das Schlimme, das durchstandene Leid und die Verluste wirklich betrauern darf, dann und erst dann, wird mein Blick wirklich frei, auch das Gute zu sehen. Nur wo echtes Klagen möglich ist, kann sich nachhaltige Dankbarkeit entfalten für das, was doch gut war. Der weise Prediger hatte schon Recht: Alles hat seine Zeit. Jedes Ding darf zu seiner Zeit sein. Und es macht keinen Sinn, diese Zeit abkürzen zu wollen.

Wenn dir also heute danach ist, dankbar zu sein für alles Gute, was dir in diesem Jahr trotzdem oder gerade deshalb geschehen ist: Gönn dir! Von ganzem Herzen und mit allen, die mitfeiern können. Und wenn dir nach Klagen, Abschiednehmen, Trauern zumute ist – go for it! Gott feiert und trauert mit – genau da, wo du gerade stehst. Und dann, dann geschieht manchmal sogar das #Wunder, dass die Trauer getröstet wird, dass der Blick sich aufklart und frei wird, auch das Gute, die liebevolle Begleitung durch das Leid hindurch, das Neue zu sehen, das mitten in der Asche ganz leise zu sprießen beginnt. Wo wir Gott auch das Schlimme anvertrauen, kann er es in etwas wandeln, was am Ende doch das Leben weiterträgt.

In diesem Sinne: Kommt gut rüber nach #2021. Wir sehen uns auf der anderen Seite 🙋🏽‍♀️🎉

Prediger 3,1- 15

#Kirchenjahr
#Silvester

Neujahr

Da ist es also endlich, das ersehnte neue Jahr 2021. Eine neue Hoffnung. Selten haben wohl so viele Menschen in den Startlöchern gestanden und darauf gewartet, endlich wieder loslegen zu können – mit einem Sozialleben, mit der Ausbildung, beruflich, kreativ oder einfach mal wieder mit einem richtigen Urlaub. Wenn „das Virus endlich besiegt ist“, wenn „die Zahlen endlich unter Kontrolle sind“, dann werden tausend Pläne aus den Schubladen geholt, dann legen wir wieder richtig los!

Gute Vorsätze, lang ersehnte Vorhaben, akribisch durchstrukturierte Businesspläne – die Zukunft ist machbar. Glaubten wir. Bis letztes Jahr. Aber schon Jakobus hat vor fast 2000 Jahren seinen lieben Mitmenschen geraten: Wenn ihr große Pläne macht, dann vergesst nicht – das Gelingen liegt in Gottes Hand. Und dort ist es gut aufgehoben, denn wo wir unser Tun ihm anvertrauen, wird er es zur Befreiung der Gefangenen, zur Speisung der Hungrigen und zu seiner Ehre segnen.

Das war jetzt der Zuspruch für die Macher unter euch 😊. Aber die Texte des heutigen Sonntags haben auch ein tröstendes Wort für alle, die einfach nur hoffen, das kommende Jahr halbwegs anständig zu überleben. In seinem Brief an die Philipper zählt Paulus auf, wie viele verschiedene Lebensumstände, glückliche und katastrophale, er schon überstanden hat, und am Ende stellt er fest: Ich habe das alles geschafft, weil Gott mir immer die notwendige Kraft, die jeweils nötigen Ressourcen gegeben hat. Und weil Paulus das bis zu diesem Zeitpunkt erfahren hat, weiß er auch: Egal, was kommt, mit Gottes Geistkraft schaffe ich auch das! Und wenn es einfach nur darum geht, in dem, was mir unkontrollierbar entgegenkommt, die Hoffnung nicht zu verlieren, dass er am Ende alles gut machen wird.

So geht gesegnet, behütet und begleitet von der Geistkraft des lebendigen Gottes in dieses Neue Jahr. Was auch immer es bringt und was auch immer wir schaffen und erreichen – bei ihm ist all das und sind wir selbst bestens aufgehoben.

Jakobus 4,13-15; Philipper 4,10-13

#Kirchenjahr
#Neujahr
#Pläne
#Vorsätze
#glaubenteilen

2. Sonntag nach Weihnachten

„Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater …“

Die Herrlichkeit des Herrschers. Glanz und Gloria. Sieg, Ruhm, Ehre. Goldene Szepter, schlagkräftige Truppen, Trompeten, Fanfaren und rote Teppiche. So sehen herrliche Herrscher aus. Oder?

Die Herrlichkeit Gottes stellt sich so vor: „… voller Gnade und Wahrheit.“

Die Menschen, die Jesus als den Herrlichen erkannten, erkannten ihn nicht an seiner großen Macht, seinem Reichtum, seinem Einfluss oder gar an der Anzahl seiner Likes und Follower. Sie erkannten ihn daran, dass er Gnade und Wahrheit in diese Welt brachte.

Gnade UND Wahrheit. Beide brauchen einander. Gnade ohne Wahrheit verweigert den Opfern der Ausbeuter die Gerechtigkeit. Wahrheit ohne Gnade ist grausam. Doch gemeinsam können sie Gerechtigkeit bewirken, die neues Leben ermöglicht. So, wie es Jesaja beschreibt. Da werden zerbrochene Herzen verbunden, Gefangene frei, Verschuldete ent-schuldet, Trauernde getröstet. Da wird alles Unrecht berichtigt und alle durch die Gewalt der Lebensfeinde Geschädigten werden befreit, ent-schädigt, geheilt. Das Gnadenjahr Gottes bricht an.

Und dann wache ich plötzlich auf aus diesem wunderbaren Traum und schaue mich um. Wo ist diese Herrlichkeit, die Johannes gesehen hat? Wie weit sind wir heute noch immer von ihr entfernt, im Alltag, in der Gesellschaft und auch in der Kirche. Sie scheint nur noch ein Ruf aus weiter Ferne, ein Licht weit weg am Himmel oder hinter dem Horizont. Und doch ist sie unser Maßstab und unser Ziel – die Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes, der es ermöglicht hat, dass dieser Traum Wirklichkeit wird: in kleinen und großen Ansätzen schon hier und jetzt, und dort dann endlich in ihrer ganzen Fülle. Deshalb können wir Gottes Herrlichkeit schon heute bejubeln, denn „seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.“ Das ist doch mal ein Worship-Song!

Johannes 1,14; Jesaja 61, 1-11; Psalm 100

#Kirchenjahr
#Herrlichkeit
#Jesus
#Gnade
#Wahrheit
#Gerechtigkeit

Palmsonntag: Nicht sterbe ich, sondern ich lebe – ein Star für einen Tag

In der Landeshauptstadt steppt der Bär. Noch drei Tage bis zum nationalen Erinnerungsfest an die wunder-volle Befreiung des Volkes aus Unterdrückung und Sklaverei. Wer es irgendwie möglich machen kann, kommt in diesen Tagen hierher, denn nur im einzigen Tempel des Landes finden die prachtvollen Feiern mit Musik und Umzügen statt, von denen man sich das ganze restliche Jahr erzählt. Vom anschließenden Gelage ganz zu schweigen.
Natürlich lässt es sich auch die Prominenz des Landes nicht nehmen, hier zu erscheinen. Es gibt keine bessere Gelegenheit, auf Tuchfühlung mit der Fanbase zu gehen.
Und er? Wird er auch kommen? Der junge Prediger und Aktionskünstler, der Wunderheiler und unbestechliche Kritiker der korrupten Elite? Man munkelt, sie brüten Pläne aus, sich dieses unbequemen Querkopfes  zu entledigen. Ein für allemal.
Doch dann trifft die Nachricht ein: Er ist auf dem Weg. Gerade überquert er mit seinem Team den letzten Hügel vor dem Stadttor. Und seine Groupies rennen los. Schnappen sich Palmenzweige, reißen sich die Shirts vom Leib und singen aus Leibeskräften: Hosianna! Wir feiern dich! Willkommen du Retter! Du wirst uns befreien!
Große Hoffnungen setzen sie in ihn. Und er sitzt auf seinem Esel und weiß schon jetzt, daß er sie in ein paar Tagen bitter enttäuschen muss. Nicht zu siegen ist er gekommen, nicht, um sich feiern zu lassen von seinen Fans und auf der Welle der Begeisterung auf den Thron zu reiten. Das Lied, das sie ihm zusingen, erzählt eine andere Geschichte.
Der Star wird von seinen Fans verraten werden. Der Held wird besiegt werden, der Retter kann sich selbst nicht retten. Seine Gegner sind stärker als er. Viel stärker. Er hat keine Chance. Sie werden ihm seine Unterstützer rauben, seine Würde und schließlich das Leben.
Nur eines können sie ihm nicht  nehmen: Sein Vertrauen in seinen Vater. Er weiß: Wer sich auf ihn verlässt, wer ihm die Treue hält, dem wird auch er die Treue halten und sein Leben retten.
Und der Vater wird das Vertrauen seines Sohnes belohnen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Johannes 12,12-19; Psalm 118

#Kirchenjahr #palmsonntag #Palm118 #Jesus #digitaleKirche #Glaube #Ostern #Vertrauen #einzuginjerusalem

Gründonnerstag: Zum Abschied saubere Füße

Der Abend vor dem großen Feiertag. Du setzt dich an den gedeckten Tisch, um dich herum deine Lieblingsmenschen. Und du weißt: Dies ist die letzte Mahlzeit, die du mit ihnen haben wirst. Sie wissen nichts davon. Nichts davon, dass du in den nächsten 24 Stunden grausam zu Tode gefoltert werden wirst. Was wirst du tun? Wie wirst du dich verabschieden? Welchen letzten Eindruck willst du deinen Lieblingsmenschen hinterlassen? Wie sollen sie dich in Erinnerung behalten? Als erfolgreichen Macher? Als kreativen Kopf? Als einfühlsamen Begleiter? Und wie könntest du das ausdrücken?

Jesus wäscht seinen Lieblingsmenschen die Füße. Er dient ihnen auf der niedrigsten Stufe, die damals vorstellbar war. Freiwillig verrichtete er den niedrigsten Sklavendienst, damit sie ihn als den im Gedächtnis behalten, der sie bis an die Grenzen des Menschenmöglichen liebt. Damit sie nie vergessen, was er längst mit hundertprozentiger Sicherheit weiß: Dass er von Gott gekommen war und wieder zu ihm zurückkehren würde – und mit ihm auch seine Lieblingsmenschen. Damit sie nie vergessen, wie sehr er sie liebt – und mit ihm der Vater. Und damit sie nie vergessen, welches neue Gebot er ihnen gibt, das eine Gebot, das alle anderen einschließt: „dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.“

Jesus wusste, wer er war, und dass niemand ihm seine Integrität und Würde rauben konnte, denn sie waren ihm von Gott verliehen. Genauso ermutigt er seine Follower: Weil ihr an meiner Würde und meinem Wesen teilhabt, werdet ihr nichts davon verlieren, wenn ihr euch im freiwilligen Dienst der Liebe scheinbar erniedrigt. Vielmehr wird euch euer Dienst aneinander und an euren Mitmenschen eine Ehre verleihen, die euch direkt von Gott zugesprochen wird. Habt keine Angst, anderen freiwillig und selbstbestimmt zu dienen, denn darin erfüllt ihr den tiefsten Willen Gottes.

Diesen Weg ging Jesus während der nächsten 24 Stunden konsequent bis ans Ende. Und darüber hinaus. Aber das ist eine andere Geschichte.

Johannes 13, 1-34

#Kirchenjahr #gründonnerstag #Ostern #Jesus #digitaleKirche #fußwaschung
#glaube #liebe

Karfreitag

Johannes 19,30

Ostersonntag – das Grab ist leer

Ein leeres Grab. Da, wo ein Toter liegen sollte, sind nur die Tücher zurückgeblieben, in die man ihn eilig gehüllt hatte, bevor der heilige Feiertag anbrach. Nun wollen die Trauernden den Leichnam endlich angemessen bestatten – da ist er verschwunden. Osterfreude? Eher wohl Schrecken, Verwirrung, vielleicht sogar ein bisschen Grusel. Tote, die nicht im Grab bleiben wollen, haben etwas Unheimliches. Irgendwer treibt hier ein faules Spiel. Grabräuber, politische Intriganten, missgünstige Gegner. Dass da ein paar hysterische Frauen Wahnbilder haben – kein Wunder!

Vorgestern hatte er sich von ihnen verabschiedet. Hatte ihnen ein Erbe hinterlassen, saubere Füße und ein Gedächtnismahl. Erst langsam beginnen sie zu begreifen, was an diesem Abend geschehen war. Dass er genau wusste, was auf ihn zukommt. Dass er sie darauf vorbereiten, schon im Vorfeld über den kommenden Verlust trösten, ihnen hilfreiche Anweisungen geben wollte, die sie durch diese dunkle Zeit retten sollten: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe! Und jetzt die nächste unheimliche Überraschung: Das Grab ist leer!

Einer wagt vorsichtig, sich laut zu erinnern. Hatte er nicht selbst gesagt, dass er am dritten Tage auferstehen würde?

Die anderen schütteln die Köpfe. Abschätzig, verächtlich, resigniert Das kann man doch nicht so wörtlich nehmen. Sei doch nicht so naiv. Viel zu schön um wahr zu sein.

Die Frauen zittern und schweigen. Die Männer rennen hin und her und diskutieren. Das Grab bleibt leer.

Markus 16,1-8

#Kirchenjahr #Ostern #Auferstehung #Jesus #digitaleKirche #glaubeteilen

Ostermontag: Bewegung und Begegnung

Ende, aus und vorbei. Nicht einmal der Leichnam war ihnen geblieben. Kein Ort der Trauer und der Erinnerung. Nichts hielt sie mehr am Ort des Geschehens und in der Gemeinschaft seiner Follower. Einer Gemeinschaft, die sowieso zerfallen würde. Es gab ja nichts mehr, worum sie sich noch sammeln konnten. Kein Ort, keine Schriften, keine Institutionen. Die hoffnungsvolle Erneuerungsbewegung war grandios gescheitert, gerade als sie richtig in Bewegung gekommen war. Zu schnell war dem Hosianna das Kreuzige ihn! gefolgt.

So gehen sie denn. Kehren den zerschlagenen Illusionen den Rücken. Vielleicht ganz gut so, dass sie eher früher als später ent-täuscht worden waren. Wer weiß, in welche absurden Zukunftsfantasien sie sich sonst noch verrannt hätten. Das leere Grab spricht eine eindeutige Sprache: Sie waren einer Täuschung aufgesessen, die sich gewaschen hatte! Mit jedem Schritt verblasst die Illusion einer Welt in wahrer Freiheit und Liebe ein wenig mehr. Wie hatten sie nur so naiv sein können!

Und dann dieser fremde Wanderer, der sich ihnen anschließt. Auf welchem Planeten hat er nur die letzten Tage verbracht, dass er von dem ganzen Drama nichts mitbekommen hat? Doch dann fängt er an zu erzählen. Die heiligen Schriften zu zitieren und zu erklären, wie sich die Geschehnisse der letzten Tage auch verstehen ließen: als Erfüllung uralter Versprechen Gottes an sein Volk, ja an die ganze Welt. Versprechen von Heil und Heilung, von Befreiung, Vergebung und Liebe. Sie laden ihn ein, die Nacht in ihrer Hütte zu verbringen, doch er nimmt das Brot, bricht es und – verschwindet.

Da begreifen sie: Das leere Grab ist nicht das letzte Wort in dieser Geschichte. Sie geht weiter, ja sie beginnt jetzt überhaupt erst so richtig. Und so brechen sie wieder auf. Zurück zum Ort des Geschehens. Denn das leere Grab ist nicht genug, um die unfassbare Wahrheit zu begreifen, dass das Leben diesmal wirklich über den Tod gesiegt hat. Es braucht die Begegnung mit dem Auferstandenen, damit aus dem Zweifel Hoffnung, aus der Unmöglichkeit Wirklichkeit wird.

Das müssen sie der Gemeinschaft erzählen, damit sie zusammenbleibt, damit sie sein Vermächtnis weiterträgt: saubere Füße und ein Gedächtnismahl. Liebe, Treue und Solidarität miteinander und mit allen Abgehängten. Freiheit von den übermächtigen Zwängen einer Welt, die ihr Bestehen aus eigener Kraft erzwingen will und dabei nur immer wieder die Schwachen unter die Räder wirft. Doch das ist eine andere Geschichte.

Markus 16,1-8

Quasimodogeniti

Wie viele Menschen sitzen in diesen Tagen hinter ihren verschlossenen Türen – auf Anordnung der Behörden oder aus eigener Entscheidung, allein oder gemeinsam, einsam oder mit zu vielen anderen, mit Menschen, die ihnen gut tun und mit Menschen, die ihnen Böses antun. Und oft sitzt die Angst mit im Raum. Die Angst vor dem, was draußen lauert, oder die Angst vor dem, was drinnen droht. Manchmal ist die Angst selbst der verriegelte Raum, der Käfig, das Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt.

Jesus will uns da raus holen. Er will uns aus der angstvollen Enge ins Weite, aus der eingeschlossenen Dunkelheit ins Licht führen. Aber er kommt nicht einfach von außen, bricht die Tür auf und schickt die Verängstigten hinaus. Er weiß, dass sich die Angst so nicht überwinden lässt. Stattdessen kommt er selbst hinein, hinter die Tür, die das Bedrohliche draußen halten soll. Er betritt den Angstraum und verwandelt ihn in einen Raum der Begegnung mit ihm, mit dem, der das Schlimmste überstanden hat, das uns geschehen könnte: der Tod, die endgültige Vernichtung unserer Integrität, das Ende aller Hoffnung auf ein lebenswertes Leben. Seine Gegenwart zeigt: Was auch immer geschieht – es ist nicht das Ende. Nach dem Leben geht es weiter. Selbst da, wo dieses Leben krachend gescheitert und in Schmerz, Schimpf und Schande untergegangen ist, schafft Gottes Lebenskraft ein Neues, einen Anfang, der kein Ende mehr haben wird, sondern sich in seiner Gegenwart entfalten, blühen, reifen und Frucht bringen wird, ohne jemals wieder gewaltsam abgeschnitten zu werden.

Mit diesem neuen Leben im Herzen können die Jünger selber die verrammelte Tür öffnen. Die Angst kann ihnen nichts mehr anhaben, denn sie wissen jetzt: Selbst das Schlimmste ist nicht das Letzte. Es gibt Zukunft. Es gibt Hoffnung und Heilung.

Sie werden ihre Angsträume verlassen und die Botschaft der Hoffnung nach draußen tragen, auf die Straßen und in die Angsträume derer, die noch hinter ihren Türen sitzen. Und Jesus wird sie begleiten, wird selbst immer wieder in die immer neuen Angsträume treten und sie in Räume der Begegnung verwandeln, der Begegnung mit ihm, der das Leben selbst ist.

Johannes 20,19-20

Jubilate – von Lerchen und neuem Leben

Der Jubel-Sonntag liegt tatsächlich genau in der richtigen Jahreszeit, wenn die Lerchen nach dem langen Winter wieder jubelnd in den Himmel steigen. Wenn sie wieder jubeln über das neue Leben, das überall hervorbricht.
Überall in der Bibel begegnet uns die Freude über neues Leben. Am Anfang, als Gott mit Himmel und Erde völlig Neues schuf. Im Erleben, dass Gott aus aussichtslosen Notlagen befreit und neue Anfänge ermöglicht. In der befreienden Erkenntnis, dass wir das Neue nicht aus eigener Kraft herbeizwingen müssen, sondern dass Gott es denen schenkt, die sich aus seinen Lebenskräften speisen und tränken lassen, wie die Weinrebe die Lebenssäfte des Weinstocks durch sich fließen lässt.

Jauchzet Gott, alle Lande!
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66; 1. Mose 1 – 2,4; Johannes 15,1-8

Kantate

Zum zweiten Mal muss der Sonntag Kantate – Singt! Singt dem Herrn ein neues Lied! – unter Pandemiebedingungen stattfinden. Singen untersagt. Was bisher stärkend war, Gemeinschaft schuf, Energie gab und Lebensfreude, ist gefährlich geworden.

Ich selbst vermisse es nicht so sehr. Singen ist nicht meine Glaubenssprache, es ist kein tiefes Bedürfnis für mich. Trotzdem fehlt es mir, denn im gemeinsamen Singen von Glaubensliedern finde auch ich Rückversicherung im gemeinsamen Erinnern an Gottes Treue, wie es auch viele Psalmen tun. Und ich stimme gerne ein in die Lieder, die Gott für seine wunderbaren Taten loben – für seine schöpferische Versorgung, seine Loyalität für die Schwachen, sein Eintreten für Gerechtigkeit und seinen selbstlosen Einsatz für unsere Freiheit von zerstörerischen Lebensstrukturen.

Aber auch, wenn wir Lob Gottes und gegenseitige Stärkung gerade nur vorsichtig und gedämpft, hinter Masken und Glasscheiben, mit Abstand und nur halbem Atem tun können: Die Schöpfung preist ihn weiterhin, die Vögel am Morgen, die Strahlen der untergehenden Sonne, der funkelnde Sternenhimmel – und sogar die Steine. Das Lob für Gott hört nicht auf. Und irgendwann können auch wir wieder lauthals und unverschämt frei einstimmen, wo es stimmig ist.

Bis dahin will ich mich vom Vogelsingen an Gottes Lebenskraft und von den Steinen an seine Treue erinnern lassen. Und bis dahin können wir die Vögel und die Steine anfeuern, damit für uns weitersingen: „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“

Psalm 98, Lukas 19,37-40

Rogate – wenn Jesus keine Nutellabrote verspricht

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet!

So bezeugt es der Dichter von Psalm 66, und viele werden in sein dankbares Bekenntnis mit einstimmen: „Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.“

Viele werden einstimmen können – aber nicht alle. Viele ernsthafte, ja verzweifelte Bitten sind nicht erhört worden. Was haben diese betenden Menschen, die Vertrauen riskiert haben und manchmal bitter enttäuscht wurden, bloß falsch gemacht? Zumal Jesus vollmundig verspricht: „Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet.“ Was mag falsch gelaufen sein, wenn die Bittende das Gefühl hat, statt dem erbetenen Fisch eine Schlange und statt dem Ei einen Skorpion bekommen zu haben. Es gibt Zeiten, da scheint Gott einfach nicht zu seinen Versprechen zu stehen.

Ich glaube nicht, dass sich hier eine allumfassende Antwort finden lässt. Im letzten geht Gottes Handeln immer weit über alles hinaus, was wir erfassen und logisch einordnen können. Aber es scheint mir auch möglich, hier und da ein wenig mehr zu begreifen, wie Gott tickt. Vielleicht auch mal durch einen Perspektivwechsel:

Wer nicht bittet, empfängt nicht.
Wer nichts sucht, wird auch nichts finden. Gar nichts.

Mir scheint, es geht Jesus darum, Gott als Schöpfer und Versorger seiner Geschöpfe ernst zu nehmen, indem wir ganz offensiv von ihm erwarten, was er verspricht: die Seinen zu versorgen. Wie ein Kind von den Eltern erwartet, dass sie es versorgen. Vielleicht müssen sie ihm sagen: „Einen Fisch habe ich nicht, aber ich habe ein Nutellabrot.“ Vielleicht aber auch nur einen Schluck abgestandenes Wasser, bis zur nächsten Berghütte. Aber sie werden ihm sicher keinen Skorpion geben, selbst wenn es dort ganz viele gäbe.

Bitten heißt Vertrauen riskieren. Manchmal wird dieses Vertrauen enttäuscht, aber Gott verspricht: Wenn du mich um einen Fisch bittest, werde ich dir keine Schlange geben. Wage es, mich zu bitten und ich werde dir Gutes geben. Vielleicht nicht immer ein Nutellabrot, aber meine Treue und meine Solidarität sind dir sicher. Auch und vor allem in den Mangelzeiten deines Lebens. Und eines Tages wird der Himmel voller Nutellabrote sein.

Himmelfahrt – völlig losgelöst


Lukas 11,1-13

Völlig losgelöst
von der Erde
schwebt der Jesus
völlig schwerelos

Gen Himmel schwebt er, manche glauben auch, eine Wolke gesehen zu haben, die ihn emporhebt. Für uns heute schwer nachzuvollziehen, was da geschah. Science Fiction Leser würden wohl das Raumschiff suchen, das da gerade seine Traktorstrahlen aktiviert hat. Oder hat er mit seinen Kumpels gerade eine Seance abgehalten und beginnt deshalb zu schweben?

Solche oder andere mehr oder weniger absurde Assoziationen oder Erklärungsversuche mögen dem einen oder der anderen bei den Berichten der Bibel über die sog. Himmelfahrt Jesu einfallen.

Mich erinnern sie an andere Versuche von Menschen, Erfahrungen oder Beobachtungen zu beschreiben, die über ihr Fassungsvermögen hinausgehen, wie wir sie z. B. in den Visionen der Propheten finden. In solchen Fällen erlebe ich es als wenig hilfreich, nach Erklärungen zu suchen, wie das Geschilderte konkret bzw. historisch zu verstehen ist. Stattdessen versuche ich, etwas von der inneren Botschaft zu erfassen, die in diesen Schilderungen steckt.

In diesem Fall nehme ich wahr: Jesus entfernt sich von der Erde. Er wird losgelöst von den Bedingungen, die ihm Raum und Zeit auferlegten. Zum Zeitpunkt der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria begab er sich in diese begrenzte Welt, unterwarf sich ihren Bedingungen. Er tat und litt, was getan und gelitten werden musste, um diese Welt aus den zerstörerischen Dynamiken zu befreien, in denen sie hoffnungslos gefangen war. Nun ist sein Werk erfüllt und er kehrt zurück in seinen ureigenen Lebensraum jenseits von Raum und Zeit. Zu gegebener Zeit wird er alle dorthin nachholen, die sich ihm in dieser Welt anvertrauen.
Auch lässt er sie nicht einfach verloren und allein zurück. Jetzt, da der Sohn Gottes sein Leben unter den Begrenzungen dieser Welt wieder verlassen hat, ist der Weg frei für die Leben schaffende Geistkraft Gottes, die in dieser Welt unabhängig von ihren begrenzenden Bedingungen wirken kann – in den Herzen aller, die sich ihm anvertrauen.
Doch das ist eine andere Geschichte.

Lukas 24,50-53, Apostelgeschichte 1,3-11

Exaudi: Gottversteher – Welterklärer

Und weg ist er. Der Einzige, der wirklich wusste, was Sache ist; der ihnen sagen konnte, wo es lang ging. Der den Durchblick hatte hinter die ganzen Traditionen ihrer Religion auf den eigentlichen Willen ihres Gottes. Der ihnen zeigte, dass dieser Gott für sie ist, bedingungslos. Der im Namen dieses ihres Gottes kompromisslos für Gerechtigkeit eintrat und jedem bewies, dass der letzte Maßstab Liebe und Barmherzigkeit ist. Wie sollten sie ohne seine Weisheit, sein unerschütterliches Vertrauen in die wohlwollende Zuwendung Gottes weitermachen. Die drei Jahre Lehrzeit waren bei weitem nicht genug gewesen, um auch nur ansatzweise zu verstehen, wie das denn gemeint war mit dem Reich Gottes und wie sie dem entsprechend leben sollten.

Vielleicht hat sich der eine oder die andere in diesem Moment ja an die Abschiedsworte von Jesus erinnert: „Es ist gut, dass ich gehe, denn nun kann ich euch den Begleiter schicken, der euch alles erklären wird, was ihr wissen müsst.“ Schon Jahrhunderte vorher hatte Gott es angekündigt, dass er seinen Leuten die Maßstäbe seiner göttlichen Welt direkt ins Herz geben würde, so dass sie nicht mehr mühsam nach Erkenntnis und Gehorsam suchen müssen. Jesus geht, und die Geistkraft Gottes kommt ins Innerste seiner Leute und lehrt sie und prägt ihr Denken, Fühlen und Handeln entsprechend seiner guten Lebensregeln – nicht mehr nur dort, wo Jesus körperlich anwesend ist, sondern überall dort, wo Menschen sich ihm anvertrauen.

Das heißt natürlich nicht, dass uns nun alles Wissen und jedes richtige Handeln automatisch zufliegen. Ein angemessenes Verständnis der Offenbarung Gottes in der Bibel ist nach wie vor nicht ohne Arbeit zu haben. Die befreiende Erkenntnis jedoch, dass die Versprechen Gottes auch mir gelten, die bewirkt Gottes Geistkraft in denen, die sie suchen. Ein paar Tage müssen die Jünger noch warten, dann werden sie seine Kraft erleben. Doch das ist schon die nächste Geschichte.

Johannes 16,5-15, Jeremia 31,31-34

Pfingstsonntag. Durch meinen Geist.

Zu langsam, zu wenig, zu klein. Immer zu kläglich, nie genug. Dabei hat Gott doch so wunderbare Erfolge versprochen für diejenigen, die sich für ihn einsetzen. Was mache ich bloß falsch?

Das haben sich die Israeliten zur Zeit des Propheten Sacharja gefragt. Nach einer ewig langen Zeit im Exil im fremden Land Babylonien hatte Gott sie wieder in ihr eigenes Land zurück gebracht und ihnen eine glänzende Zukunft versprochen. Voller Begeisterung begannen sie, den Tempel wieder aufzubauen. Missgünstige Nachbarn und schlechte Ernten machten ihnen aber bald das Leben schwer und die großen Hoffnungen versackten im Klein-Klein des mühsamen Alltags. Ihre Feinde amüsierten sich über den mickrigen Altar und sie hatten den Eindruck, Gott habe sie einfach vergessen.

Da schickt Gott einem ihrer Propheten prächtige und rätselhafte Bilder, die selbst der Prophet nicht versteht. Zum Glück erklärt ihm ein Engel, was Gott ihnen sagen will: „Macht euch nicht länger kaputt bei dem Versuch, meine Versprechen Wirklichkeit werden zu lassen. Das kann nicht durch menschliche Anstrengung oder Gewalt geschehen, sondern nur durch meinen Geist. Und verachtet nicht die Tage der kleinen Dinge, denn ich selbst werde dafür sorgen, dass meine Versprechen Wirklichkeit werden. Dann werdet ihr staunen und begeistert feiern!“

4 Jahre später war der Tempel tatsächlich fertig – aber Gott war noch längst nicht fertig damit, seine Versprechen zu erfüllen. Er kam selbst auf die Erde und machte es möglich, dass seine Geistkraft jetzt in allen wohnt, die sich ihm anvertrauen, so dass sie selbst zu einem Tempel Gottes werden. Und auch heute noch gilt seinen Leuten die entlastende Zusage: „Schäme dich nicht für die kleinen Dinge, die Ergebnisse deiner Arbeit, die dir vielleicht kläglich und mickrig vorkommen. Ich selbst bringe sie zur Vollendung durch die Kraft meines schöpferischen Geistes. Was du schaffst, ist genug, denn das Eigentliche kann nur durch meinen Geist geschehen.“

Seit Pfingsten lebt und wirkt dieser Geist in allen, die sich Gott anvertrauen. Er wird seine Versprechen in ihnen, an ihnen und durch ihre kleinen und großen Taten Wirklichkeit werden lassen.

Sacharja 4

Pfingstmontag: Entlastende Vielfalt

Mose ist im Stress. Ständig steht irgendwer vor seinem Zelt und erwartet von ihm, dass er einen Streit schlichtet, ein Gesetz konkretisiert oder den Willen Gottes in einer besonderen Frage vermittelt. Er kommt nicht mehr zum Essen und kaum noch zum Schlafen. Akut burnoutgefährdet.

Zum Glück frisst er seinen Frust nicht in sich hinein. Stattdessen geht er zu seinem Chef, der ihm diesen unmöglichen Auftrag gegeben hat, und kotzt sich aus: „Ich schaffe das nicht mehr, dieses ganze Volk mit seinen endlosen Bedürfnissen zu befriedigen. Warum lädst mir diese unerfüllbare Verantwortung auf? Am liebsten würde ich sterben!“

Und der Chef hat auch schon eine Idee: „Such dir 70 verantwortungsbewusste Menschen und bring sie zu mir. Ich werde von meinem Geist, der schon in dir lebt, auch etwas auf diese Menschen legen und sie sollen deine Mitarbeiter werden.“ Gott entlastet Mose, indem er weitere Menschen durch seinen Geist befähigt, seinen Auftrag weiter auszuführen.

Seit Pfingsten bekommt jeder Mensch, der sich Gott anvertraut, Anteil an diesem Geist und der Geist rüstet jeden und jede mit einer jeweils ganz eigenen Begabung aus, um das große Volk Gottes weiter in seinen vielfältigen Bedürfnissen zu versorgen. Jeder und jede bekommt eine besondere Befähigung, nicht, um etwas Besonderes zu sein, sondern um dem anderen damit zu dienen. So verteilt der Geist die Lasten und die Verantwortung auf viele Schultern: starke und schwache, schwarze und weiße, männliche und weibliche und alles dazwischen. In diesem bunten Miteinander wird es niemandem zuviel und niemand bleibt unversorgt. Soweit die Vision des Paulus. Und in Ansätzen die Realität der Gemeinde der Kinder Gottes. Da ist noch Luft nach oben.

Komm, Geistkraft Gottes, und wehe durch unsere Reihen. Wir brauchen deine Vielfalt und wir brauchen deinen einenden Frieden. Amen

4. Mose 11, 10-17; 1. Korinther 12,4-11

Trinitatis: Heilig! Heilig! Heilig!

Heilig! Heilig! Heilig!
Ich, du und wir,
ewiger Tanz.

Einer für alle, alle für einen.
Am Du werde ich erst zum Ich.

Aus Einheit wächst Leben.
Aus Demut strömt Segen.

Ewiger Liebesreigen,
Vater, Sohn und Heilige Geistkraft.

Amen

Jesaja 6,3; Dreifaltigkeitsikone

1. Sonntag nach Trinitatis: gescheiterte Helden?

Ein Mensch, ein Auftrag, ein Ziel. Gefahren, Feinde und unüberwindliche Hindernisse. Mut, Helfer und glückliche Umstände. Schließlich Überwindung, Sieg und triumphierende Erfüllung der Quest. Die Welt ist mal wieder gerettet und unser Mensch ein Held.

So wie Jona. Ein Auftrag, ein Ziel. Hindernisse und Feinde. Und Jona läuft weg. Und gerät jetzt erst richtig in Gefahr. Vor aller Augen muss er zugeben, dass er gerade Fahnenflucht

begeht. Extrem peinlich und so gar nicht heldenhaft. Dann wird er noch den Naturgewalten überlassen, die er selbst ausgelöst hat. So rettet man die Welt schon mal nicht. Zum Glück reißt sein Auftraggeber raus. Sein Chef stellt sich trotz allem zu ihm und gibt ihm eine neue Chance.

So wie die Lehrlinge, die Jesus zu den Bürgern von Israel schickt, damit sie wie er die Menschen von Krankheiten heilen, böse Geister austreiben und Gottes Herrschaft proklamieren. Die voller Begeisterung losmarschieren und endlich die Welt retten wollen. Doch Jesus warnt sie schon im voraus: Ihr werdet nicht überall gut ankommen. Manche werden euch verachten und verfolgen, statt euch für euren Einsatz zu feiern. Es wird oft so aussehen, als wäret ihr kläglich gescheitert. Gar nicht heldenhaft und längst nicht immer mit einem Happy End.

Aber Jesus verspricht ihnen auch: Was euch die Menschen tun, ob Gutes oder Böses, das tun sie auch mir. Mir, dem Schöpfer und Herrscher der Welt. Und ich stelle mich zu euch. Ich sorge am Ende dafür, dass euer Einsatz die Anerkennung findet, die er verdient. Und ich werde die Welt retten. Das braucht ihr nicht zu tun. Egal, ob ihr wirklich oder scheinbar an eurem Auftrag scheitert: Ihr seid meine Helden! Vertraut mir. Ich stehe zu euch und bringe alles zu einem guten Ende.

Lukas 16,19-31; Jona 1+2

6. Sonntag nach Trinitatis – Getauft!

Jahrzehntelang hab ich kaum an meine biografische Taufe gedacht. Sie geschah zu Zeiten, als die Bilder noch schwarz-weiß waren. Ich kannte noch nicht einmal meinen Taufvers. Abstrakt wusste ich: Ich bin getauft und in Gottes weltumfassende Familie aufgenommen. Er begleitet mich durchs Leben. Tatsächlich kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der Gott nicht selbstverständliche Realität war, auch wenn ich immer wieder falsche Gottesbilder entlarven musste und korrigieren durfte.

Vor ein paar Jahren entdeckte ich dann, dass Jochen Kleppers Taufspruch ein sehr bekannter war: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“ (Jesaja 43,1) Diesen Vers fand ich schon immer tröstlich und irgendetwas veranlasste mich, meine alte Taufurkunde hervorzukramen. Und siehe da – das war auch mein Taufspruch! Irgendwie hatte er sich in meinem Unterbewusstsein etabliert als eine tröstliche, ganz persönliche Zuwendung Gottes schon an die ca. 5 Wochen alte Beate.

Daraufhin habe ich den Text weitergelesen – Kontext und so! Und da stand überraschenderweise nichts von: Ich will dich auf Händen tragen und dich vor allem Unheil bewahren. Stattdessen sagt Gott: Wenn du durchs Wasser gehst, will ich dafür sorgen, dass du darin nicht untergehst, und wenn du durchs Feuer gehst, werden die Flammen dich nicht verbrennen. Gott verspricht seinen geliebten Kindern nicht, sie vor allem Unglück zu bewahren. Aber er verspricht, darin bei ihnen zu bleiben und dafür zu sorgen, dass sie darin nicht untergehen, sondern am Ende in seinen Frieden und sein Leben hinein überleben. Und so habe ich es bis hierhin auch erfahren und das gibt mir gute Hoffnung, dass er dieses Versprechen halten wird, bis Leid und Tod endgültig überwunden sein werden und er alles neu machen wird.

Jesaja 43,1-7

7. Sonntag nach Trinitatis

das letzte Hemd

Das letzte Stück Brot im Haus. Für dich und dein Kind. Nachschub wird es nicht geben. Du gehst noch einmal hinaus, schöpfst den letzten Tropfen Wasser aus der Zisterne. Mit diesem Leben hast du abgeschlossen.

Ein Mensch tritt dir entgegen. Sein Mantel ist zerrissen und seine Sandalen staubig. Er bittet dich um einen Schluck Wasser und ein Stück Brot.

Da bricht es aus dir heraus: „Beim Leben deines Gottes: Wir haben einen letzten Kanten Brot im Haus. Den wollten wir gerade essen, mein Kind und ich, und dann sterben.“

Warum sagst du ihm das? Was geht es ihn an. Warum schickst du ihn nicht einfach weiter? „Sorry! Ich hab selber nichts. Probier es bei Anderen, die mehr Glück hatten im Leben.“

Der Mensch lässt sich von deinem Verzweiflungsausbruch nicht abschrecken.

„Hab keine Angst, mir dein letztes Stück Brot zu geben, denn so spricht der Gott des Lebens: Das Brot wird nie ausgehen, bis Gott seinen Segen wieder strömen lässt.“

Verrückt, dieser Mensch, doch was hast du zu verlieren? Du bringst ihm das letzte Stück Brot, den letzten Schluck Wasser. Und es ist immer noch etwas da. Auch am nächsten Tag und am übernächsten. Gemeinsam überlebt ihr die dürren Jahre.

Das letzte Stück Brot, der letzte getrocknete Fisch. Der letzte Schluck Wasser, das letzte Hemd. Wo Menschen im Vertrauen auf den Gott des Lebens ihre letzten Ressourcen miteinander teilen, kommt eine Dynamik in Gang, die das Leben weiterrettet – einen Tag und noch einen Tag, bis Gott selbst auch die Fülle fließen lässt.

1. Könige 17, 10-16; Johannes 6, 1-14

8. Sonntag nach Trinitatis – Spotlight! – oder?

Die eine liebt es, der andere hasst es. Es kann inspirieren und beschämen, Begeisterung entfachen und Furcht auslösen. Ein helles Licht, das dunkle Ecken erhellt, ist eine zweischneidige Waffe.

Die Bibel spricht oft vom Licht, und immer positiv (soweit ich sehe – wer eine gegenteilige Stelle kennt, haue sie bitte in die Kommentare – Schwarmintelligenz und so 😉). Das Licht, wie Gott es geschaffen und gemeint hat, erhellt unklare Wege, eröffnet ungeahnte Perspektiven und schafft Hoffnung. Aber es holt auch das in den Blick der Öffentlichkeit, was sich aus bestimmten Gründen verstecken will. Es wird niemals – von der Liebe geleitet – andere in ihrer Schwäche bloßstellen und beschämen! Er wird aber dort das Unrecht aufdecken, wo sich dieses in der Dunkelheit verbergen will, weil es hofft, sich so der Verantwortung für die Folgen seiner Taten entziehen zu können.

Jesus sagt von sich: Ich bin das Licht der Welt! Wer sich mir anvertraut, wird Orientierung finden. Er wird auch erleben, dass das, was sein Leben im Verborgenen zu zerstören drohte, sichtbar wird. Was sichtbar ist, kann in den Prozess des Erkennens und der Heilung einbezogen werden. Für das, was sichtbar ist, kann und muss ich Verantwortung übernehmen. Für das, was sichtbar ist, kann ich Verantwortung von denen einfordern, die eventuell Schaden verursacht haben. Aber nicht nur das verborgene Negative kann sichtbar werden. Auch die versteckten, verstohlenen, scheuen Taten der Liebe und der Fürsorge werden sichtbar – als Inspiration und Ermutigung für alle, die sich nach mehr Licht auf ihren verirrten Wegen sehnen.

Jesus sagt von seinen Leuten: Ihr seid das Salz und das Licht der Welt. Wo ihr euch den Lügen und Verschleierungstaktiken der Welt verweigert, wird sichtbar werden, wo sich Unrecht verstecken will und wo die Liebe im Verborgenen wirkt. Nicht immer wird es um aktive Spotlights in finstere Ecken gehen – obwohl auch diese weitaus häufiger Not-wendend wären, als tatsächlich geschieht. Oft geht es auch einfach darum, von der Liebe, der Fürsorge um die Würde des Nächsten geleitet, sich Manipulation zu verweigern, verlogenen Argumentationen auf den Grund zu gehen und ehrlich zu fragen: Dient das, was gesagt und getan wird, dem Leben? Paulus schreibt: Die Frucht des Lichtes ist Güte, Gerechtigkeit, Wahrheit. Jesaja sieht, wie sich im Licht seines Gottes Schwerter in Pflugscharen verwandeln.

„Kommt nun, ihr vom Hause Jakobs, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!“

Matthäus 5,13-16; Epheser 5,9; Jesaja 2,1-5

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