Himmelfahrt – völlig losgelöst …

Völlig losgelöst
von der Erde
schwebt der Jesus
völlig schwerelos

Gen Himmel schwebt er, manche glauben auch, eine Wolke gesehen zu haben, die ihn emporhebt. Für uns heute schwer nachzuvollziehen, was da geschah. Science Fiction Leser würden wohl das Raumschiff suchen, das da gerade seine Traktorstrahlen aktiviert hat. Oder hat er mit seinen Kumpels gerade eine Seance abgehalten und beginnt deshalb zu schweben?

Solche oder andere mehr oder weniger absurde Assoziationen oder Erklärungsversuche mögen dem einen oder der anderen bei den Berichten der Bibel über die sog. Himmelfahrt Jesu einfallen.

Mich erinnern sie an andere Versuche von Menschen, Erfahrungen oder Beobachtungen zu beschreiben, die über ihr Fassungsvermögen hinausgehen, wie wir sie z. B. in den Visionen der Propheten finden. In solchen Fällen erlebe ich es als wenig hilfreich, nach Erklärungen zu suchen, wie das Geschilderte konkret bzw. historisch zu verstehen ist. Stattdessen versuche ich, etwas von der inneren Botschaft zu erfassen, die in diesen Schilderungen steckt.

In diesem Fall nehme ich wahr: Jesus entfernt sich von der Erde. Er wird losgelöst von den Bedingungen, die ihm Raum und Zeit auferlegten. Zum Zeitpunkt der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria begab er sich in diese begrenzte Welt, unterwarf sich ihren Bedingungen. Er tat und litt, was getan und gelitten werden musste, um diese Welt aus den zerstörerischen Dynamiken zu befreien, in denen sie hoffnungslos gefangen war. Nun ist sein Werk erfüllt und er kehrt zurück in seinen ureigenen Lebensraum jenseits von Raum und Zeit. Zu gegebener Zeit wird er alle dorthin nachholen, die sich ihm in dieser Welt anvertrauen.
Auch lässt er sie nicht einfach verloren und allein zurück. Jetzt, da der Sohn Gottes sein Leben unter den Begrenzungen dieser Welt wieder verlassen hat, ist der Weg frei für die Leben schaffende Geistkraft Gottes, die in dieser Welt unabhängig von ihren begrenzenden Bedingungen wirken kann – in den Herzen aller, die sich ihm anvertrauen.
Doch das ist eine andere Geschichte.

Lukas 24,50-53, Apostelgeschichte 1,3-11

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